Vom der oberen Forellenregion bis zur Kaulbarsch-Flunder-Region verändert sich ein Fluss stark: Gefälle, Fliessgeschwindigkeit und Sauerstoffgehalt nehmen ab, Wassermenge, Wassertrübung und Temperatur nehmen zu. Das abgelagerte Sediment wird immer feiner. Viele Tiere, wie die abgebildeten Leitfische, haben sich auf gewisse Eigenschaftskombinationen spezialisiert und zeigen deshalb einen deutlichen Verbreitungsschwerpunkt im Längsverlauf eines Fliessgewässers.


Die obere und mittlere Gebirgsbachzone respektive die obere und untere Forellenregion liegen in steilem oder schroffem Gelände. Im Substrat dominieren grosse Steine. Die Fliessgeschwindigkeit ist hoch und die Wassertemperatur steigt auch im Sommer in der Regel nicht über 10°C. Die charakteristischen Fischarten dieser Strecke sind die Bachforelle und die Groppe. Bei den Kleintieren der Gewässersohle dominieren oft Steinfliegen oder bestimmte Arten der Eintagsfliegen.
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Tiere in der Abbildung von
links nach rechts: |
Die Äschenregion oder untere Gebirgsbachzone befindet sich in
den unteren Bereichen sowie am Rand der Gebirge. Die Schotterablagerungen
sind immer noch mächtig und die Fliessgeschwindigkeit
ist gegenüber der Forellenregion etwas reduziert.
Die Temperatur bleibt im Sommer unter 15°C. Die charakteristischen
Fische sind die Äsche, die Nase oder der Strömer. Bei
den Kleintieren nimmt die Artenzahl der Steinfliegen etwas ab,
viele Eintagsfliegen- und Köcherfliegen arten haben ihren Verbreitungsschwerpunkt
auf diesen Strecken.
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Tiere in der Abbildung von links nach rechts: |
Im Vergleich zu den oben liegenden Strecken ist die Wasserführung in der Barbenregion deutlich höher. Das Fliessgewässer ist jetzt ein kleiner oder mittlerer Fluss. Die Sohle besteht aus feinerem Kies, der sich in ausgedehnten Schotterbänken ablagert. Die Fliessgeschwindigkeit kann stark variieren. Neben stark strömenden «Schnellen» (riffle) kommen auch strömungsberuhigte und tiefe «Stillen» (pools) vor und die Wassertemperatur kann im Sommer bis auf 18°C klettern. Unter den Fischen sind die Barbe und der Alet charakteristisch. Unter den Kleintieren lebten früher viele typische Flussarten aus den Gruppen der Eintags-, Stein und Köcherfliegen in der Barbenzone.
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Tiere in der Abbildung von
links nach rechts: |
Das Gewässer ist hier zu einem mittleren bis grossen Fluss heran gewachsen, dessen Lauf je nach Neigung des Geländes verzweigt oder mäandrierend ist. Im Vergleich zu den oben liegenden Strecken nimmt der Anteil von Feinkies oder Sand im Sediment zu. Die Fliessgeschwindigkeit nimmt tendenziell ebenfalls ab und im Sommer zeigt das Thermometer regelmässig über 20°C an. Charakteristische Fische sind der Brachsen und das Rotauge, Arten die durchaus auch in Seen vorkommen. Die Kleintiergemeinschaft beherbergt typische Flussarten bei den Insekten. Daneben wird der Anteil an Schnecken und Muscheln grösser.
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Tiere in der Abbildung von links nach rechts: |
Die Fischregionen können in der Realität nicht exakt abgegrenzt werden.
Es handelt sich viel mehr im Idealisierungen. Vielfach gehen sie ineinander
über oder wechseln sich ab, wie die Bildbeispiele des Rheins auf Seite 9
deutlich machen.
Vor Seen oder bei flachem Gefälle nehmen Strömung und Sauerstoffgehalt
ab, feine Sedimente werden abgelagert. In aufgestauten Bereichen der Äschenregion können auch typische Arten der Brachsenregion auftreten.
In Stromschnellen grösserer Flüsse können sich durchaus auch typische
Fischarten der Forellen- und Äschenregion wohl fühlen.

Die revitalisierte Birs (Forellen- bis Äschenregion) bietet für verschiedene Fischarten geeignete Lebensraumelemente
Durch die kleinräumige Dynamik eines natürlichen Flusses entsteht auf kleinem
Raum ein Mosaik von Lebensräumen. Bereiche mit ruhigem Wasser
wechseln sich ab mit flach überströmten Kiesbänken, Sand- und Schlammablagerungen,
rasch strömenden Abflussrinnen, Bäumen und Schwemmholz,
sowie Quellenaufstössen. Einmündende Bäche und Flüsse, alte Flussarme,
die nur noch bei Hochwasser überschwemmt werden, und tiefe Becken
erhöhen die Lebensraumvielfalt stark.
Ein gut strukturierter Flussabschnitt kann so gleichzeitig viele unterschiedliche
Arten beherbergen, die miteinander in Wechselbeziehung stehen und
sich je nach Tages- und Jahreszeit eine geeignete Umgebung aussuchen.
Gutes Merkmal: Fettflosse und
rote Punkte an den Flanken
Verwandtschaft: Zur Familie der
Lachsfische gestellt und eng
verwandt mit den grösseren
wandernden Formen den Meer und
Seeforellen.
Grösse: 15–50 cm (Seeforelle
bis 140 cm) je nach Nahrungsangebot.
Geschlechtsreife: Mit 3–4 Jahren.
Laichzeit: Kurze Laichwanderung den Fluss hinauf im Oktober bis März ( je
höher im Fluss desto früher). Laichablage in kiesiges, stark über strömtes
Substrat.
Lebensraum: Forellen- und Äschenregion. Kaltes (9°C, max. 18°C), schnell
fliessendes und sauerstoffreiches Wasser im Ober- bis Mittellauf von Flüssen,
in Bächen und Alpenseen.
Lebensweise: Die standorttreuen Revierjäger wählen als Standplatz oft
ruhige Zonen hinter Felsbrocken oder in tiefen Becken (Kolke).
Nahrung: Kleinkrebse, Insekten wie Köcherfliegenlarven, kleine Fische und
fliegende Insekten.
Gutes Merkmal: Saugmund und sieben punktförmige Kiemenöffungen hinter dem Auge
Verwandtschaft: Das Bachnenauge ist mit den bei uns ausgestorben,
anadromen Meer- und Flussneunaugen verwandt. Neunaugen sind entfernte
Verwandte der gewöhnlichen Knochenfische.
Grösse: 10–15 cm selten bis 20 cm
und etwa Bleistift dünn.
Geschlechtsreife: Nach 3–5 Jahren
Laichzeit: März bis Juni
Lebensraum: Klare, naturbe lassene
Bäche und Flüsse in der Forellenregion.
Lebensweise: Die Bachneunaugen
legen ihren Laich auf kiesigem Untergrund
ab. Die Larven (Querder) leben
3–5 Jahre im Bodengrund eingegraben und ernähren sich von Kleinorganismen,
die sie aus dem Wasser filtrieren.
Nahrung: Nach der Umwandlung zum erwachsenen Tier nehmen Bachneunaugen
keine Nahrung mehr auf.
Gutes Merkmal: Fahnenartige, grosse
Rückenflosse und Fettflosse.
Verwandtschaft: Die Äschenfamilie
ist nah mit der Lachs familie verwandt.
Grösse: 30–50 cm
Geschlechtsreife: Männchen nach
2 –3, Weibchen nach 4 Jahren.
Fortpflanzung: Zwischen März bis
Juni wird in ca. 50 cm tiefem Wasser
der Laich in eine kiesige Laichgrube
abgegeben und mit Kies
leicht überdeckt werden.
Lebensraum: Klare, kühle (bis max. 25°C), sauerstoffreiche rasch aber gleichmässig
fliessende Gewässer mit Kiesbänken in der Äschen- und Forellenregion. Äschen bevorzugen bereits tieferes Wasser als die Forellen.
Lebensweise: Standorttreu oft in kleinen Gruppen. Sie unternehmen keine
Laichwanderung. Sie reagieren empfindlich auf Gewässer verschmutzungen.
Nahrung: Kleinkrebse, Insektenlarven, kleine Fische.
Gutes Merkmal: 4 Barteln an einem unterständigen Mund, lange Schnauze und flacher Bauch.
Verwandtschaft: Die Unterfamilie der Barben stellen mehr als die Hälfte der
Arten in der grossen Familie der Karpfenfische.
Grösse: 30–50 cm, im Maximum
90 cm
Geschlechtsreife: Nach 4–5 Jahren
Laichzeit: Mai bis Juli
Lebensraum: Barben leben in grös seren
rasch fliessenden Mittelläufen von
Flüssen und stellen hohe Ansprüche
an ihren Lebensraum. Tags über stehen
sie in kleinen Gruppen in der Strömung
über hartem Untergrund. In der
Nacht suchen sie im ruhigeren Wasser den Boden nach Nahrung ab. Sie
können täglich bis 10 km weit nach guten Fressgründen suchen.
Lebensweise: Barben überwintern oft in grossen Gruppen in ruhigen Auswaschungen
im Flussbett. Auf der Laichwanderung suchen sie flussaufwärts
nach Kiesbänken. Die Jungfische leben in Spalten von grobem Kies und
wandern erst nach längerer Zeit flussabwärts in die Barbenregion.
Nahrung: Barben sind bei der Nahrung nicht wählerisch. Sie verschlingen,
Insektenlarven, Schnecken, Muscheln, Kleinkrebse, Fischlaich und sogar
Aas.
Gutes Merkmal: Unterständiges
Maul mit einer Hornplatte am
Unterkiefer. Die Oberlippe ist nasenartig
verdickt.
Verwandtschaft: Die Nase gehört
zur Familie der Karpfenfische.
Grösse: 25–40 cm selten 50 cm,
1–2 kg schwer
Geschlechtsreife: 2.–4. Lebensjahr,
sie werden 10 bis 15 Jahre
alt
Laichzeit: März bis Mai
Lebensraum: Rasch fliessende Gewässer der Barben- und auch der Äschenregion
mit grob kiesigem oder felsigen Untergrund.
Lebensweise: Die Nasen sind oft im Schwarm unterwegs. Sowohl beim
nächtlichen Abweiden von Algen als auch tagsüber, wenn sie über kiesigem
Grund im stark strömenden Flachwasser stehen. Auf der Laichwanderung
legen sie weite Strecken in den Oberlauf und die Seitengewässer zurück.
Sie legen ihren Laich über feinem Kies ab in etwa 30 cm tiefem, sauerstoffreichen
Wasser.
Nahrung: Nasen weiden mit ihrem schaberartigen Unterkiefer Algen ab. Dabei
werden auch kleine bodenlebende Wirbellose aufgenommen.
Gutes Merkmal: Hochrückiger, seitlich abgeplatteter Fisch mit langer Afterflosse
und grossen Schuppen, der Mund ist wie ein Rüssel vorstülpbar.
Verwandtschaft: Angehöriger der Karpfenfische
Grösse: 25–40 cm bis maximal 90 cm, dann sind sie bis zu 10 kg schwer
Geschlechtsreife: Nach 3–4 Jahren
Laichzeit: Mai bis Juli
Lebensraum: Brachsen leben in Gruppen in langsam fliessende Unterläufe
von Flüssen und in flachen, nährstoffreichen
Seen. Sie sind oft im Bereich
der Ufer- und Unterwasservegetation
anzutreffen. Sie kommen mit höheren
Temperaturen, Sauerstoffmangel und
Gewässerverschmutzung gut zurecht.
Sie profitieren somit von den Aufstauungen
in der Barben- und Äschenregion.
Lebensweise: Brachsen laichen in
grossen Gruppen in dichten Pflanzenbeständen
im Flachwasser. Die Eier bleiben an den Pflanzen kleben und
werden so vor dem Sauerstoffmangel am Gewässergrund geschützt.
Nahrung: Brachsen durchwühlen mit ihrem Rüssel den weichen Boden bis
in 10 cm Tiefe nach Büschel- und Zuckmückenlarven aber auch Muscheln,
Kleinkrebse und Zooplankton.
Geeignete Bereiche fürs Ablaichen und optimale Lebensräume für Brütlinge, Jungfische und ausgewachsenen Tiere liegen an Fliessgewässern oft weit auseinander. Im Verlauf ihres Lebenszyklus müssen deshalb die meisten Fischarten kürzere oder längere Wanderungen unternehmen. Äschen und Bachforellen beispielsweise legen ihren Laich in Kiesbänken ab, deren obere Schichten vom Wasser durchströmt werden. In den obersten Kiesschichten finden sie einerseits Schutz. Andererseits werden die Fischeier dank der Durchströmung mit ausreichend Sauerstoff versorgt.

Lebenszyklus der Bachforelle in ihren verschiedenen Teillebensräumen
Sobald der Nahrungsvorrat in ihrem Dottersack aufgebraucht ist, suchen sich die Jungfische ihre kleinen Beutetiere in den strömungsberuhigten Bereichen am Ufer. Mit dem Wachstum der Fische wird auch die bevorzugte Beute grösser. Die Fische können jetzt besser schwimmen und warten, in der Strömung stehend, auf herabdriftende Insektenlarven oder Kleinkrebse. Von dieser anstrengenden Jagd erholen sich die Tiere, indem sie sich in ihren Unterständen im Bereich tiefer Kolke am Ufer ausruhen.
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Der Strömer war Fisch des Jahres 2010 des schweizerischen Fischerei-Verbandes SFV |
Um den warmen Wasser-Temperaturen auszuweichen, wandern die wärmeempfindlichen Fische im Sommer flussaufwärts. Viele Fische schwimmen für die Paarung und das Laichgeschäft mehr oder weniger weite Strecken den Fluss hinauf oder hinunter. Beispiele für Fische, die kurze Wanderdistanzen zurücklegen sind die Äsche, die Nase, die Barbe oder der Strömer. Diese Fische waren früher in Basel weit verbreitet. Heute sind sie alle in ihrem Bestand gefährdet.
Zu den sogenannten anadromen Arten gehören Landdistanzwanderer wie
Lachs, Meerforelle, Maifisch oder Flussneunauge. Die geschlechtsreifen
Tiere dieser Arten wandern zum Ablaichen in die Flüsse hoch. Die in den
Binnengewässern heranwachsenden Jungfische schwimmen anschliessend
wieder zurück ins Meer.
Beim Aal, einem katadromen Wanderfisch ist es umgekehrt. Die ausgewachsenen
Aale (Blankaale) schwimmen aus den Flüssen ins Meer, um sich im
Atlantischen Ozean fortzupflanzen. Die Jungfische, sogenannte Glasaale,
wandern zum Heranwachsen wieder die Flüsse hinauf
Vor dem Bau der grossen Flusskraftwerke
wanderten die Lachse
in den Mittellandflüssen weit hoch.
Nachdem sie bei uns lange Zeit
verschwunden waren, wurde im
Jahr 2008 wieder ein zurückkehrender
Lachs in Basel gefangen.
Dieser Erfolg ist den langjährigen
Anstrengungen vieler Beteiligter
zu verdanken, die sich für den Bau
von Fischtreppen und Umgehungsgewässern
engagieren. Allen voran
auch der Kantonale Fischereiverband
Basel-Stadt der 1984 das
Lachsprojekt gestartet hatte.
Der Stör war schon immer eine Seltenheit
in Basel. Seine Bestände
sind im ganzen Verbreitungsgebiet
zurückgegangen. Es ist deshalb
zweifelhaft, ob jemals wieder ein
Stör den Weg bis nach Basel unter
die Flossen nimmt.
Aale sind bei ihrer Wanderung
flussabwärts 60–130 cm lang. Sie
lassen sich mit der Strömung treiben,
suchen nicht nach den Fischtreppen
und werden darum in den
Turbinen der Kraftwerke meistens
tödlich verletzt. Sie wären auf geeignete
Fischabstiegshilfen angewiesen, die aber noch kaum existieren.
Von den Verbesserungen an den Flusskraftwerken und im Gewässerraum profitieren auch das Meerneunauge, die Meerforelle und der Maifisch (von oben nach unten).


Leider können die Fische nur noch in ganz wenigen Gewässern ihre Wanderungen
ungehindert durchführen. In den letzten beiden Jahr hunderten
wurden Flüsse zur Gewinnung von Energie aufgestaut oder abgeleitet. Im
Interesse des Hochwasserschutzes wurden sie zudem über weite Strecken
kanalisiert.
In den letzten Jahren hat ein Umdenken stattgefunden. Flussabschnitte wie
der Unterlauf der Birs erhielten wieder mehr Raum. Die seitlichen Verbauungen
und die Sohlschwellen wurden entfernt und so wurde die Aus bildung
eines natürlichen Lebensraummosaiks gefördert.
Damit wurden Laichgebiete oder Unterstände für die ausgewachsenen
Fische wieder hergestellt. Die Wehre, Aufstauungen oder Wasserentnahmen
stehen der freien Wanderungen der Fische aber immer noch im
Weg. Nur wenige Wehre besitzen einen Fischpass, der den Fischen den
freien Wechsel zwischen den verschiedenen Teillebensräumen ermöglicht.
Oft ist in Vergangenheit bei der Konzeption der Fischpässe nur die Aufwanderung
berücksichtigt worden.
Flussabwärts wandernde Fische wie der Aal werden in Kraftwerksturbinen
oft tödlich verletzt. Nur wenige überleben die Passage durch die zehn
Staustufen im Hochrhein zwischen Bodensee und Basel. Auf dem Weg
zur Nordsee müssen noch weitere 13 Stauhaltungen durchquert werden.
Beispiele aus Deutschland zeigen, dass es bei mittelgrossen Kraftwerken
möglich ist, die Fische über einen Fischabstiegspass sicher durch die Staustufe
zu bringen.

Wegen der Wasserkraftnutzung im Rhein sind die Seitengewässer für die wandernden Fische von ganz entscheidender Bedeutung. In der Birs, Wiese und Ergolz finden die Fische dank Revitalisierungen wieder freifliessende Gewässerabschnitte. Hier können sie sich fortpflanzen und auch die heranwachsenden Fische finden die nötige Nahrung und Struktur. An der Birs kann man seit den letzten fünf Jahren wieder den Nasenstrich, die Laichwanderung der Nase, beobachten.
Fischpässe
Seit rund 100 Jahren werden Fischpässe gebaut, welche die Wanderung der Fische über hohe Wehre ermöglichen sollen. Verschiedene Typen von Aufstiegshilfen wurden entwickelt, um auf kurzer Strecke ein Gefälle von mehreren Metern zu überwinden. In den letzten Jahren wurde erkannt, dass die meisten Fischpässe mehr schlecht als recht funktionieren. Oft kommt nur ein kleiner Anteil der wanderlustigen Fische überhaupt hoch oder einzelne Arten kommen gar nicht durch. Heute kennt man die Bedingungen besser, die die Fische für die Auf- und Abwanderung durch Fischaufstiegsanlagen benötigen. Sie sind nachfolgend aufgeführt.
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Die meisten Fluss-Revitalisierungen werden im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz ausgeführt. Der Fluss erhält genügend Platz. Dies ermöglicht ein sicheres Abfliessen auch bei extremen Hochwassern. Hochwasserschutzmassnahmen müssen heute, wenn immer möglich, die natürlichen Funktionen des Gewässers verbessern.
Seitliche Uferverbauungen werden ganz oder teilweise entfernt, um dem Fluss mehr Raum zu lassen. Abgelagerter Kies, Sand und Schwemmholz im Randbereich der Flüsse ermöglichen eine enge Verzahnung mit dem Umland. Es entstehen zusätzliche Bereiche mit seichtem Wasser, was die Vielfalt der Lebensgemeinschaft fördert.
Schnell fliessende, gradlinige Gewässer drohen sich einzutiefen. Mit Schwellen oder anderen Verbauungen wurde die Gewässersohle stabilisiert. Wo Hochwasser die Gewässersohle bewegen dürfen, entsteht wieder ein natürlicher Austausch mit dem Grundwasser. Dies hat positive Auswirkungen für das Grundwasser und die darin lebenden Organismen. In der Nähe von Trinkwasserfassungen kann eindringendes Flusswasser jedoch die Qualität des Trinkwassers beeinträchtigen.
Mit der Revitalisierung wird der natürliche Geschiebetransport im Fluss aktiviert. Damit werden Steine, Kies, Sand, Feinpartikel oder Holz inner halb des Gewässers verschoben. Es entsteht wieder ein natürliches Kieslückensystem, in dem Fisch ablaichen und viele Kleintiere leben können.
Um die Flüsse wieder durchgängig zu machen, werden bei Revitalisierungen Schwellen und alte Wehre entfernt oder zu Rampen umgestaltet. Kraftwerke und Wehre werden mit Umgehungsgewässer oder Fischpässen umgangen. Die Restwasserstrecken unterhalb der Wehre behindern die Wanderung und werden saniert, indem die Abflussmenge erhöht wird.
Ein Uferbereich mit natürlicher Vegetation ist ein guter Puffer gegen Belastungen aus dem Umland. Extensiv genutzte Streifen im Umland reduzieren den Eintrag von Pflanzennährstoffen und Pestiziden ins Gewässer.
Flussrevitalisierungen sind in der Bevölkerung äusserst attraktiv. Die Erholungsuchenden erhalten eine Flusslandschaft, in der sie sich entspannen, spielen oder baden können. Die Strecken ermöglichen aber auch ganz direkte Begegnung mit der Natur.

Die Birs war nach 1880 in einen monotonen Flussverwandelt worden (oben). Die unbegradigte Birs im 17. Jahrhundert (unten links) und das Vorbild für Revitalisierungen (unten rechts)
Mit dem Neubau des Kraftwerks Rheinfelden wurde der frühere Kraftwerkskanal
zu einem fischgängigen Umgehungsgewässer von 900 m
Länge und 60 m Breite umgestaltet. Kleinere Fische können über die
steile Blocksteinrampe am Ende des Umgehungsgewässers aufsteigen.
Grössere gelangen über einen Raugerinne-Beckenpass an der Wehr insel
in das Umgehungsgewässer und ins Oberwasser des Kraftwerks. Dank
drei regulierbaren Leitströmungen finden die Fische den Einstieg. Das
strukturreiche Umgehungsgewässer verfügt über tiefen Rinnen, flache
schnellströmende Bereichen, ruhige Pools und Kiesinseln. Es kann bei
Bedarf gespült werden.
Die zweite Fischaufstiegshilfe ist der technische Vertical-Slot-Pass auf
der anderen Flussseite unmittelbar beim Turbinenauslass am Maschinenhaus. Über eine Dotierturbine wird eine Leitströmung erzeugt, die auch
bei niedrigem Wasserstand das Auffinden erlaubt. Zur Erfolgskontrolle
des Fischaufstiegs wurden Fischzählbecken eingerichtet.
Vom «Gwild», einer für Wasservögel wertvollen Felsformation konnte
aufgrund der Austiefung im Unterwasser des Kraftwerks nur die Hälfte
erhalten werden. Es wurden deshalb neben dem Umgehungsgerinne
weitere 65 Ausgleichsmassnahmen ober- und unterhalb des Kraftwerks
umgesetzt.
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«So viel wie nötig, so wenig wie möglich» – Besatzmassnahen Dieser Grundsatz wurde im 10 Punkteplan des Projekts Fischnetz formuliert. Obwohl von vielen angestrebt, kann in vielen Gewässern im Moment noch nicht auf einen Fischbesatz verzichtet werden. Viele Fischpopulationen können sich wegen der ungenügenden Qualität der Lebensräume nicht mehr selbständig vermehren. Sie würden über kurz oder lang lokal aussterben. Diese Fischbestände werden mit künstlich erbrüteten Fischen gestützt.



Von links nach rechts: Abstreifen der Eier eines Rogners der Forelle, Augenpunkt- und Dottersackstadium
Beim Besatz wird unterschieden zwischen dem Einsetzen von Brut, angefütterter Brut, Sömmerlingen, Jährlingen und älteren Fische. Besetzt werden in der Schweiz vor allem: Bachforelle, Seeforelle, Seesaibling, Felchen, Hecht und Äschen. Spitzenreiter sind die Felchen gefolgt von Hecht und Bachforelle. Etwas weniger häufig werden auch Karpfen, Schleie, Lachs, Nase, Dohlen-, Edel- und Steinkrebs eingesetzt. Neben diesen einheimischen Arten werden auch gebietsfremde Arten wie Regenbogenforelle, Zander, Bachsaibling oder Kanadisch Seeforelle eingebracht. Da sie sich unkontrolliert vermehren und einheimische Fische verdrängen könnten, muss von den Fischereibehörden genehmigt werden.
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| Fischbrut in der Aufzuchtstation | Hälterung von Brütlingen in einem Langstrombecken. |
Der Besatz ist nur sinnvoll wenn damit eine Bestandesgrösse erreicht wird, die sich im Gewässer gut entwickeln kann. Dazu müssen ge nügend Nahrung, Sauerstoff und Strukturen zur Verfügung stehen, was bei schlechter Gewässer qualität oder fehlenden Lebensräumen limitierend ist. Zu dichter Besatz verursacht Kümmerwuchs, ein erhöhtes Krankheitsrisiko und die Verdrängung von regionalen angepassten Ökotypen.
Um den Erfolg von Revitalisierung
zu messen oder Fischbesatz fachgerecht
auszuführen, müssen die
Zusammen setzung und der Aufbau
der Fisch bestände bekannt sein.
Mit diesen Daten kann zum Beispiel
der Anteil der Naturverlaichung am
Jungfisch bestand abgeschätzt werden.
Um dies zu ermitteln, werden Fliessgewässerabschnitte
meist elektrisch
abgefischt. Elektroabfischung ist
nur bis in eine Tiefe von 1 bis 1.5 m
effektiv und muss sehr sorgfältig ausgeführt werden, um die Fische nicht zu
verletzen. Da solche Bestandserhebungen sehr aufwändig sind, beschränkt
man sich häufig auf die Auswertung von Fangstatistiken. Wichtig für eine
seriöse Abschätzung sind Angaben zum Fangertrag und über die aufgewendete
Zeit um diesen Ertrag zu erzielen.
Mit einer Markierung der Fische können Rückschlüsse über die Befischung,
den Gesamtbestand (Fang - Wiederfang - Methode) und der Wanderaktivität
sowie der Tagesaktivität der Fische im Gewässer gewonnen werden.
Fischmarkierungen müssen immer bewilligt werden.
Es gibt ver schiedene
Methoden: Kunststoff- oder Metallmarken, die im Körper, unter der Haut
sowie am Kiefer oder an den Flossen angebracht werden. Die Entfernung
der Fettflosse, ein Flossenschnitt oder das Anbringen einer Farbmarkierung
sind weitere Möglichkeiten. Einige Methoden erlauben eine individuelle Erkennung
des Fisches, andere nicht. Mit der Implantierung eines Senders
können einzelne Fische mit Hilfe von Telemetrie verfolgt werden. Moderne
Sender können auch Daten zur Körpertemperatur, Muskelaktivität, Schlagfrequenz
der Schwanzflosse und zum Herzrhythmus erfassen. Die Verfahren
sind sehr teuer und kann dehalb nur bei Einzeltieren angewendet werden.
Fischmarkierung mit Hilfe eines kleinen, praktisch unsichtbaren Drahtabschnitts
(coded wire tag, cwt), der in die Oberhaut implantiert wird.
Junge Aale überwinden auf ihrem Weg von der Sargassosee bis zum Bodensee viele Hindernisse, so auch den Rheinfall. Dabei schlängeln sie auf den nassen Felsen neben dem Wasserfall hinauf und erbringen eine beachtliche Kletterleistung von 23 Metern.
Welse können 80 Jahre alt werden. Legenden berichten aber von noch viel älteren Exemplaren.
Die grössten Störe waren früher bis zu 6 m lang und 1000 kg schwer. Ein Störweibchen produziert ca. 2,5 Millionen Eier. Heute ist der Stör fast ausgestorben und die grössten gefangenen Störe werden «nur» noch 1 - 2 m lang. Der letzte Stör wurde 1854 in der Schweiz nachgewiesen.
Bitterlinge legen ihren Laich mit ihrem 5 cm langen Legerohr in die Mantelhöhle von Grossmuscheln. Die Jungfische heften sich mit ihrem Dottersack an den Kiemen der Muschel fest und verlassen den schützenden Brutraum erst nach 4-5 Wochen aus wenn sie ca. 11 mm lang sind.
Der Laich der Barben ist giftig und verursacht Brechdurchfall. Der Laich ist auf diese Weise vor Räubern gut geschützt.
An einem fischreichen Fluss gelegen, kann die Basler Fischerei auf eine
lange Tradition zurückblicken. In einer Stiftungs urkunde vom 15. Februar
1354 erlaubte Bischof Johann den Fischern und Schiffleuten zu Basel, eine
eigene Zunft zu gründen. In der Zunftordnung vom Jahr 1420 legten sie umfassende
Bestimmungen über ihr Handwerk fest. Im Jahre 1941 entstand
der heutige Kantonale Fischerei-Verband Basel-Stadt (KFVBS). Der Verband
ist Mitglied des Schweizerischen Fischerei-Verbands (SFV).
Eine Pioniertat war das 1983 ins Leben gerufene Projekt zur Wiederansiedlung
des Lachses in Basel. Es war der Vorreiter für die koordinierten Bemühungen
zur Wiedereinführung dieses Wanderfisches im gesamten Rhein.
Der KFVBS versteht sich als Dienstleister gegenüber seinen Mitgliedern und der Öffentlichkeit und hat die folgenden Aufgaben:
Zu den wichtigsten Aufgaben gehören die Schulung und Beratung seiner
Mitglieder auf dem Gebiet der Hege der Fischbestände, der Gewässerpflege,
des Fischhabitats- und Artenschutzes, der Arterhaltung und Wiederansiedlung
gefährdeter Fischarten in vorhandene bzw. neu zu schaffende
Habitate und Biotope.
Der Verband motiviert seine Mitglieder und bezieht die Vereine in seine Strategien
und Konzepte ein. Er ist in parteipolitischen und religiösen Fragen
neutral.
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Basel-Stadt. Sie unterstützen damit unsere Projekte zu Gunsten der Natur
und Fischfauna in der Region Basel.
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Mit ihrer Goodwillspende an den Kantonalen Fischereiverband Basel
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Basler Kantonalbank
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4002 Basel
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IBAN CH48 0077 0016 5521 7960 6
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Vereinsinstruktoren und informieren Sie sich über den seit dem 1.1.2009
obligatorischen Sachkundeausweis SaNa.
Website: www.basler-fischerei.ch